Nördlich von Zittau befindet sich das Ostritzer Kloster St. Marienthal. Hier leben Zisterzienserinnenschwestern im Einklang mit der Natur. Gäste sind eingeladen zu Klostermärkten und Festlichkeiten, aber vor allem zu Stille und Einkehr in der Klosterkirche. Das Kloster wurde bereits 1234 von der böhmischen Königin Kunigunde, einer Enkeltochter Kaiser Friedrichs I. (Barbarossa), gegründet. Somit ist es das älteste, ununterbrochen bestehende Kloster des Ordens in Deutschland. St. Marienthal liegt an der “Via Sacra”, einem spirituellen Weg zu sakralen Schätzen und Meisterwerken im Herzen Europas im Dreiländereck Oberlausitz, Niederschlesien und Nordböhmen. Unter www.via-sacra.info gibt es mehr darüber.
Barockes Zittau
Ausgangspunkt für eine Tour entlang der “Via Sacra” ist die malerische Barockstadt Zittau. In der historischen Altstadt befinden sich die in Deutschland einmaligen Fastentücher von 1472 und 1573. Besonders das Große Zittauer Fastentuch mit seinen beeindruckenden Maßen von 8,20 Metern Höhe und 6,80 Metern Breite stellt mit seinen 90 biblischen Motiven ein Kulturgut von europäischem Rang dar. Eine extra gefertigte Vitrine in der Kirche “Zum Heiligen Kreuz” schützt dieses Meisterwerk mittelalterlicher Sakralkunst. Ein weiterer Höhepunkt auf einem Zittauer Stadtrundgang ist ein Aufstieg auf den Turm der Johanniskirche. Nach exakt 266 Stufen liegt einem das städtebauliche Ensemble von Zittau zu Füßen und es öffnet sich ein grandioser Blick über das Dreiländereck und den Naturpark Zittauer Gebirge. Bei mittelalterlichen oder “sagenhaften” Stadtrundgängen können Gäste die reiche Historie der Stadt erleben. Unter www.zittau.de gibt es alle Informationen.
Freilichtmuseum Burg und Kloster Berg Oybin
Kulturhistorischer Höhepunkt an der “Via Sacra” sind die Burg und das Kloster Oybin, auf einem bienenkorbähnlichen Sandsteinmassiv im Zittauer Gebirge erbaut. Im 14. Jahrhundert erlangte der Berg Oybin seine Stattlichkeit durch die Herrschaft des deutschen Kaisers Karl IV. Dem gelehrten Mönchsorden der Cölestiner stiftete er das Kloster mit einer mächtigen gotischen Kirche, welche von den Steinmetzen des berühmten Dombaumeisters Peter Praler, eines Prager Bauherren, errichtet wurden. Während der Hussitenkriege 1429 kam ein Teil des Prager Domschatzes von St. Veit in die sichere Obhut der Burg Oybin. Nach der Reformation wurden Burg und Klosteranlage durch Naturgewalten und Brände im 16. Jahrhundert zerstört. Die Maler der deutschen Romantik, allen voran Caspar David Friedrich, waren beeindruckt von der Pracht der alten Gemäuer und ließen sich davon zu Meisterwerken inspirieren. In seiner Art zählt es zu den eindrucksvollsten Denkmalen in Deutschland.
Die “Herrnhuter Sterne”
An der Straße zwischen Löbau und Zittau entstand 1722 auf dem Landgut des Reichsgrafen Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf eine neue Siedlung. Unter den “Hut des Herrn” begaben sich vor allem böhmisch-mährische Glaubensflüchtlinge, die sich zur Herrnhuter Brüder-Unität zusammenschlossen. Organisiert als evangelische Freikirche, ist sie heute in 30 Ländern auf fünf Kontinenten vertreten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten original “Herrnhuter Sterne” in den Schulen der Brüder-Unität handgefertigt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Sterne zum Symbol Herrnhuts. Der “Herrnhuter Stern” erleuchtet weit über die Landesgrenzen hinaus Tausende von Wohnungen, Kirchen, Plätze und Straßen in der Weihnachts- und Adventszeit. In der Schauwerkstatt können die Geschichte und Herstellung der Sterne bewundert werden.
Am Fuße des Oberlausitzer Berglands liegt die historische Stadt Löbau mit ihrem Wahrzeichen, dem gusseisernen Turm.
Die 750-jährige Barockstadt Zittau in der südöstlichen Oberlausitz beeindruckt durch ihr städtebauliches Ensemble, umgeben vom Naturpark Zittauer Gebirge.
Der gusseiserne Turm von Löbau
Am Fuße des Oberlausitzer Berglands liegt die historische Stadt Löbau mit ihrem Wahrzeichen “König-Friedrich-August-Turm” auf dem Löbauer Berg. Es ist der einzige noch erhaltene gusseiserne Aussichtsturm in Europa und wahrscheinlich der älteste gusseiserne Turm überhaupt. Der achteckige Turm wurde 1854 errichtet, weist eine Höhe von 28 Metern auf und hat einen Durchmesser von vier Metern. Von den drei außenliegenden Aussichtsplattformen kann ein einmaliger Blick über die Oberlausitz bis hin zum Zittauer Gebirge und nach Böhmen genossen werden. Ein wenig Mut und Höhentauglichkeit gehören dazu, um den Turm zu erklimmen. Zu verdanken hat die Stadt Löbau dieses einzigartige Bauwerk dem Bäckermeister Friedrich August Bretschneider, welcher ihn aus Heimatverbundenheit errichten ließ.
Alle Informationen zu den vielen Sehenswürdigkeiten des Zittauer Gebirges und der “Via Sacra”, zu Unterkünften und Pauschalen gibt es bei der Touristischen Gebietsgemeinschaft Naturpark Zittauer Gebirge/Oberlausitz, Markt 1, 02763 Zittau, Telefon 03583-752139, per E-Mail unter info@zittauer-gebirge.com sowie unter www.zittauer-gebirge.com im Internet.
Das Große und Kleine Zittauer Fastentuch
Das Große Zittauer Fastentuch von 1472 zählt zu den bedeutendsten textilen Kunstwerken des Abendlandes. Präsentiert wird es in der Zittauer Kirche “Zum Heiligen Kreuz” in der weltgrößten Vitrine. Auf einer 56 Quadratmeter großen Leinwand erzählt es die Geschichte Gottes mit den Menschen in 90 Bildern, von der Erschaffung der Welt bis zum Jüngsten Gericht. Das Kleine Zittauer Fastentuch von 1573 stellt eine monumentale Kreuzigungsszene dar, umrahmt von den Leidenswegzeugen Christi. Zu sehen ist es im Kulturhistorischen Museum Franziskaner-Kloster.
21.03.2011 - Suchwörter: Freizeit, Sehenswürdigkeiten, Städtetrip, Zittau